Kennst du das? Du spielst einen schönen Groove, fügst eine Hi-Hat-Öffnung hinzu – und plötzlich klingt das ganze Schlagzeugspiel unruhig und unsauber. Dabei wolltest du doch nur ein bisschen Dynamik reinbringen.
Diesen Fehler macht fast jeder am Anfang. Die gute Nachricht: Er ist leicht zu beheben, wenn du weißt, was genau falsch läuft – und genau das zeige ich dir in diesem Artikel (und im Video).
Schau dir zuerst das Video an
In diesem Video erkläre ich dir den häufigsten Fehler bei Hi-Hat-Öffnungen und zeige dir Schritt für Schritt, wie du ihn mit gezielten Übungen loswirst:
Warum klingt deine Hi-Hat-Öffnung nicht sauber?
Das Problem liegt in einem ungewollten Zwischensound. Wenn du die Hi-Hat öffnest und beim nächsten Schlag wieder schließt, entstehen ohne die richtige Technik drei Sounds statt zwei:
Der Schlag auf die geöffnete Hi-Hat
Ein ungewollter Schließsound kurz vor dem nächsten Schlag
Der nächste reguläre Hi-Hat-Schlag
Dieser mittlere Schließsound landet auf keiner definierten Zählzeit – er sitzt irgendwo zwischen deinen Achteln und zerstört damit das Groove-Feeling. Der Hörer merkt es sofort: Der Beat klingt "verschleppt" oder "schmutzig", auch wenn du eigentlich alles richtig machst.
Der Schlüssel: Entgegengesetzte Bewegung zwischen Fuß und Hand
Die Lösung ist eine bewusste Koordination zwischen linkem Fuß (Hi-Hat-Pedal) und rechter Hand. Das Prinzip:
Wenn deine rechte Hand nach unten geht (für den Schlag), geht dein linker Fuß gleichzeitig nach oben – damit öffnet sich die Hi-Hat genau im richtigen Moment.
Beim nächsten Schlag geht deine Hand nach unten und dein Fuß gleichzeitig nach unten – die Hi-Hat schließt sich quasi parallel zum Schlag, ohne einen eigenen Sound dazwischen zu erzeugen.
Das klingt erst kompliziert, wird aber mit den richtigen Übungen schnell zur Gewohnheit. Der Trick: Immer in Zeitlupe üben, bis die Koordination sitzt.
Übung 1: Die Hi-Hat-Öffnung isoliert üben
Bevor du die Öffnung in einen Groove einbaust, üb die Bewegung zuerst isoliert – ohne alles andere drumherum:
Spiele Achtel auf der Hi-Hat.
Auf der Eins: Hi-Hat öffnen (linker Fuß hoch, rechte Hand schlägt).
Auf der Eins-und: Hi-Hat schließen (linker Fuß runter, parallel zum nächsten Schlag).
Auf der Zwei: wieder öffnen – und so weiter im Loop.
Konzentriere dich darauf, dass du keinen hörbaren Schließsound zwischen den Zählzeiten hast. Tempo ist egal – wichtig ist, dass die Bewegung sauber ist. Lieber zu langsam als zu schnell und falsch.
Übung 2: Die Hi-Hat-Öffnung im Groove anwenden
Wenn Übung 1 sauber klappt, baust du die Öffnung in einen einfachen Groove ein. Hier ein klassischer Einstiegs-Groove:
Eins: Bassdrum + Hi-Hat
Zwei: Snare + Hi-Hat
Drei: Bassdrum + Hi-Hat
Vier: Snare + Hi-Hat
Dazu durchgehend Achtel auf der Hi-Hat
Jetzt fügst du auf der Drei-und eine Hi-Hat-Öffnung hinzu: Die Hi-Hat öffnet auf der Drei-und und wird auf der Vier – gleichzeitig mit der Snare – wieder geschlossen. So klingt der Schließsound nicht separat, sondern geht im Snare-Schlag unter.
Tipp: Üb diesen Groove wirklich langsam und ausführlich, bevor du das Tempo steigerst. Die Koordination zwischen rechter Hand und linkem Fuß braucht Zeit – das ist völlig normal.
Wie weit sollte die Hi-Hat geöffnet sein?
Eine Frage, die viele Anfänger beschäftigt: Wie viel Abstand soll zwischen den zwei Becken sein?
Hier gilt: Es gibt kein absolutes Richtig oder Falsch. Aber es gibt klare Fehler, die du vermeiden solltest:
Zu weit geöffnet: Du kannst die Hi-Hat nicht mehr sauber schließen – kein Druck, kein definierter Schließsound.
Zu eng: Die Becken berühren sich schon fast und erzeugen beim Spielen Nebengeräusche.
Die Empfehlung: Mindestens ein Stickbreit Abstand zwischen den beiden Becken. Das gibt dir genug Spielraum für saubere Öffnungen, ohne dass du unnötig viel Weg mit dem Fuß zurücklegen musst.
Achte außerdem darauf, dass dein Hi-Hat-Ständer die Becken gerade hält – gerade günstigere Modelle sind manchmal schief eingestellt, was zu dauerhaftem Rascheln während des Spielens führt.
Häufige Fehler im Überblick
Hi-Hat zu früh schließen → ungewollter Schließsound auf einer nicht-definierten Zählzeit
Fuß und Hand nicht koordiniert → der Groove "zerfällt"
Zu schnell üben → die falsche Bewegung wird eingeschliffen statt die richtige
Hi-Hat zu weit oder zu eng eingestellt → schlechter Klang unabhängig von der Technik
Fazit: Saubere Hi-Hat-Öffnungen sind eine Frage der Koordination
Der häufigste Fehler beim Hi-Hat öffnen ist kein Rhythmusproblem – es ist ein Koordinationsproblem zwischen linkem Fuß und rechter Hand. Sobald du das erkannt und durch langsames, isoliertes Üben korrigiert hast, wirst du sofort hören, wie viel sauberer und professioneller dein Groove klingt.
Nimm dir die Zeit für Übung 1 und Übung 2 aus diesem Artikel. Üb langsam, üb bewusst – und du wirst die Verbesserung nach wenigen Sessions deutlich merken.
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Klingt deine Hi-Hat-Öffnung immer noch unsauber? Dieser eine Koordinationsfehler ruiniert deinen Groove – und die meisten Anfänger machen ihn. Mit Video-Erklärung und konkreten Übungen.
Hardware, Moongel, Resonanzfell, Traditional Grip, Rudiments … viele Begriffe, die man als Schlagzeuger früher oder später hört. Ich zeige dir auf dieser Seite das ABC der Schlagzeugbegriffe, damit du weißt, wovon andere Schlagzeuger sprechen.Ich glaube, es ist in allen Bereichen gleich, egal ob Sport oder Musik. Mit der Zeit entwickeln sich eigene Fachbegriffe, die man